Hüter der Erinnerung - The Giver


Kinostart: 2. Oktober 2014 | Kinostart USA: 15. August 2014


Kurzkritik – Das christlich-orientierte Filmstudio 'Walden Media' hat mit "Chroniken von Narnia" schon einmal bewiesen, dass es in der Lage ist große Fantasy-Bestseller detailgetreu auf die Leinwand zu bringen. Leider hat man die Filmrechte an C.S. Lewis‘ Buchreihe über das Land hinter dem Kleiderschrank verloren.  Neuer Stoff musste her. Schließlich fand man ihn in Lois Lowrys "Hüter der Erinnerung". In Deutschland wenig bekannt, stellt das Werk im englischsprachigen Raum einen Megabestseller dar. Angesiedelt in einer fernen Zukunft beschreibt es das Leben der Menschen in einer scheinbar idealen Welt. Es gibt keine Kriege, kein Morde und keine Streitereien. Zurückzuführen ist dieser Zustand auf die Verabreichung einer Droge, die die Gefühlempfindungen der Menschen schmälert sowie die Unkenntnis über die Geschichte der Menschheit. Eine Person in der Gemeinschaft kann sich jedoch noch erinnern – der sogenannte Hüter. Da der aktuelle Hüter (Jeff Bridges) jedoch schon in die Jahre gekommen ist, wird der junge Jonas (Brenton Thwaites) nach Abschluss seiner Schulzeit als potenzieller Nachfolger zu ihm in die Lehre geschickt. Es dauert nicht lange, da erkennt Jonas die Schattenseiten der scheinbar idealen Ordnung, denn nicht nur das Schlechte ist verloren gegangen, sondern auch das Gute. Der Film von Regisseur Phillip Noyce ("Salt") stellt somit ein nobles Plädoyer für die Vielfältigkeit der Menschheit dar, kommt dabei aber trotz einer dichten Atmosphäre nicht über den Status von solider Genreunterhaltung hinaus. Vor allem ein Ungleichgewicht in der Erzählweise – an vielen Stellen Leerlauf, an den entscheidenden Stellen zu wenig Erklärungen – bringen den Film um eine bessere Note.



Bewertung:  6.0
Author: owen13
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Erstellt am Montag, den 13. Oktober 2014